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Wandern im Böhmerwald / Moldautal

Mit den Jahren  sind wir schon in einigen Gebieten zwischen Schweden und Rom gewandert und wir wollten mal eine Abwechslung. So entschieden wir uns 2004 den Schritt nach Osten  zu wagen. Allerdings waren da sprachliche Grenzen gesetzt.
Glücklicherweise  fanden wir das alternative Reisebüro
www.boehmen-reisen.de, sowie www.ahoj-boehmen.de mit vielen  kulturellen, naturkundlichen und kulinarischen Informationen, welches uns SEHR  zusagte.

Der Böhmerwald  interessierte uns, da meine Urgrossmutter aus dem Böhnmerwald kam.

Schwerpunkte  der Wanderung:  Sumpfgebiet - Moldau -
Goldwaschen - Krumau (Weltkulturerbe) - Glasbläser mit vielen politischen, biologischen &  kulturellen Infos.

Anreise von Brünn - Prachatice - Kvilda, 29. 07.  06

Schöner Platz im Zentrum der Stadt Prachatice

Auf dem Weg  von Brünn / Brno nach Kvilda an der deutschen Grenze liegt das malerische  Städtchen Prachatice - an der ehemaligen Salzstrasse von München nach  Prag. Daher kommt auch die Bedeutung und der Reichtum.

Der Platz ist  schön geschmückt und es gibt einige Restaurants.

Das Rathaus  ist mit Graffiti verziert und es werden historische Szenen dargestellt.

Die Stadt  Prachatice bietet einen informativen Rundgang und manche interessante  Sehenswürdigkeit. Es findet sich auch ein kleines, hübsches  Museum.

Danach fahren wir nach Vimperk / Winterberg. Da es hier aber regnet und windet, machen wir nur  einen kurzen Besuch. Nach 1 h Rundgang fahren wir dann in die Höhe nach Kvilda
auf 1000 m. Hier ist es dann schon spürbar kälter (14 °C) und bewölkt.

Der  Dorfrundgang ist schnell gemacht: Strasse rauf und runter. Daneben stehen einige  kasernenartigen Häuser, alle gut isoliert.

Wie abgemacht kommt dann Dalibor Hiric mit den Gästen von Bayrisch Eisenstein. Nach dem  Nachtessen gibt es dann noch eine längere Einführung zu Land, Leute und Kultur.

Wanderung Modrava, zurück nach Kvilda, 30. 07.  06

6  h  - 16 km  -   Wetter: Regnerisch, kühl 14 °C -  nachmittags Gewitter bei  17 °C

Dalibor fährt  uns mit dem Bus nach Modrava. In diesem Dorf gab es früher einige  Klangholzsägereien, welche Holz für die Seiteninstrumente / Klarinette  produzierten. Dieses Holz wurde speziell ausgelesen.

Von da aus  wandern wir in einem malerischen Tal auf dem Weg Nr. 2113 Richtung Westen, in  der Schneise, wo früher der 'eiserne Vorhang' war. Wir erfahren viel über  die Pflanzen und Bäume der Region - auf 1000 müM. Entlang des Weges sieht man  ein von Menschen Hand gedeckten Graben, offensichtlich die Abwässer der  angeschlossenen seltenen Häuser.

Im linken Holzhaus  befindet sich die Klangholzsägerei

Die Natur  wurde für den 'eisernen Vorhang' freigelegt und dient heute auch für den  Langlauf.

Dalibor ist  ein guter Kenner der Natur

Nachher  schwenken wir ab auf Nr. 2117. Hier entdecken wir Teiche mit Staumechanik. Diese 'Klausen' wurden beim Flössen benützt, um im richtigen Augenblick  genug Wasser für das Flössen des Holzes zu haben. Es gab ja auch einen richtigen  Holzkanal, welcher nach Norden oder Süden geleitet werden konnte, je nach dem,  wo das Holz hingehen sollte (Preisfrage): Nach Frankfurt oder Wien !

Dann kommen  wir zu einem grösseren, romantisch- wildem Gebiet mit Moorseen. Dies ist eine eigene, spezielle Biosphäre, mit gewissen 'Verboten'. Wandert man einfach  durch, riskiert man einfach 'geschluckt'. zu werden!
Wir erfahren, dass es auch schwimmende Inseln gibt - in Realität, nicht nur bei Karl May.

Von Filipova  Hut marschieren wir zurück nach Kvilda, es beginnt zu regnen.

Spiegelnder Moorsee in  seiner ganzen Schönheit !

Wanderkarte Kvilda -  Modrava - Jelenov:
Gelb: Heutiger Tag -  Rot:  Morgen

Filipova Hut - Jelenov - Moldau  - 31. 07.  06

6  h  - 17 km  -   Wetter: Regnerisch, kühl 14 °C - bis 25 °C, nachts  Gewitter

Mit dem Bus  geht's einfacher in die Höhe nach Filipova Hut (Hütte). Hier war mal eine  Glashütte. Wir ziehen dann los durch sanfte Hügellandschaften nach Horska  Kvilda, wo auch Hochlandrinder weideten. Der Weg führte uns dann nach Antygl  entlang dem Bach Hamer / Hamerski. Hier gab es früher viele Mühlen und es wurde  Gold geschürft, so dass man noch heute die umgeschaufelten Hügel erkennen kann.  Das Tal erinnert einem an das Verzascatal.

Filipova Hut,mit Grossen & Kleinem Rachel auf D-Gebiet - (1453 / 1400 m)

Schöne Villa - mitten
im Wald.

Unten links:  Wasserkanal mit Kraftwerk.

Die Vydra (vor Moldau / Otava) ist einfach braun ! Grund. Eisenoxyd.
Es geht auch  recht hinunter, das Wasser sprudelt gut und echt.

Hier, im  romantischen Jelenov hat Smetana die Ideen für 'die Moldau' - den Zyklus  'Mein Vaterland' geholt - auch damals eine politische Musik, wie bei  Verdi.

Im überfüllten  Bus geht es dann nach Kvilda zurück.

Naturkunde-Wanderung um Kvilda - 01. 08.  06

4  h  - 12 km  -  Wetter:  15 °C - nachmittags  Regen

Heute kommen  die 'Deutschen Biologen' vom Bayrischen Wald zu einer naturkundlichen, äusserst  interessanten Wanderung. Ich sehe sie schon, als sie die Wiese vor dem Haus  absuchen. Sie wissen, dass sie da eine junge Kreuzotter (giftig) finden!

Wir gehen  durchs Dorf Kvilda hinaus und kommen bei diesem schönen Wegkreuz  vorbei.

Links der Engelwurz, eine besondere Pflanze mit Heilkräften.

Wundöl: Olivenöl, Ringelblumen 1 Monat an der Sonne stehen  lassen, absieben.

Wir sehen aber  auch Schmetterlinge, Pilze, Beeren, Pillendreher (Käfer), Buchdrucker  (Borkenkäfer) und Schafgarben, deren Blätter sehr gesund sind.

Beim  Borkenkäfer beginnt schon die Diskussion, welche Dalibor vorbereitet hat: Soll  man NUR zusehen oder soll man eingreifen
Es gibt auch hier zwei verschiedene  Welten in West und Ost !

Nachmittagsprogramm: Fledermaus, Lebewesen im Bach: Eintagsfliegenlarve.  Sie lebt nur 1 Nacht, kann keine Nahrung aufnehmen.

  • Köcherfliegenlarve - schmalblättriges Weidenröschen  -    Augentrost (kleine Wiese Blüten) - Eisenhut, Maggikraut, Rotwurz (Rosengewächs  gelb mit 4 Blättern).
  • Mit dem Spiegel durch den Wald spazieren
  • Binse: Drinnen eine Art Schaumstoff
  • Breitwegerich auf Wegen, liebt den Tritt und verbreitet sich  über die Sohlen
  • Tannzapfen: Nur auf einer Seite aufgerauht (Specht)
  • Beifuss, Gewürz für Entenbraten
  • Frauenmantel: Scheidet Wassertropfen aus (kein Regen)
  • Giftige Substanzen in Pflanzen sind eine Abwehr gegen  Schädlinge.
  • Ameisensäure (von den Ameisen abgesondert) macht bei den auf  den Haufen gelegten Glockenblumen rote Flecken
  • Echtes Johanniskraut hat einen 2-kantigen Stiel, grüne  Blätter. Gegen das Licht sieht man weisse Flecken. Zerreibt man die Blüten wird  es rot.
    Uechtes Johanniskraut hat einen 4-kantigen Stiel.

Nach getaner Wanderung  schmeckt Verena der Dessert  gut.

Wanderung Borova Lada & Kubova Hut - 02. 08. 06

3  h  - 4 km  -  Wetter:  11 °C - bewölkt mit sonnigen  Abschnitten

Wir verlassen  Kvilda ostwärts und kommen zum grossartigen Moorseengebiet bei Borova  Lada. Die Besichtigungspunkte sind natürlich auch touristische Orte. Das  ganze Seengebiet ist sehr eindrücklich. Man sieht auch 'schwimmende' Inseln, wie  im Karl May, aber mit richtigen Bäumchen darauf.

Auf der  Weiterfahrt kommen wir zum bekannten Wintersportort Kubova Hut (ca. 980  m), am Abhang des Boubin (1362 m). Hier besichtigen wir einen sog. Urwald, welcher seit über 400 Jahren sich selbst überlassen wurde. Früher war dies  ein Jagdgebiet der Könige. Hier machen wir einen tüchtigen Rundgang und können  57 m hohe Bäume mit einem Durchmesser von 5 m bestaunen.

Schönes Panorama:  Grossartiger Moorsee bei Borova Lada

Im ‘Urwald’ von Kubova  Hut steigt es recht an.

Nach  wenigen km kommen wir schon nach Lenora und finden ein kleines, hübsches Hotel  in einem 200-jährigen 2-Familien-Haus.

Nach dem organisatorisch perfekten Bezug der sauberen Zimmer geht's  wieder los. Diesmal zur Moldau, zu einer Vorführung beim Goldsuchen &  -waschen. Man findet hier nicht nur Gold, sondern auch Granat, Moldavit und  Zirkonit. Die Moldau ist ein sehr reicher Bach / Fluss.

Zuerst wird der 'Dreck' geschaufelt und anschliessend recht mühsam  gesiebt.

Am Abend kommt unser Goldschürfer als Politiker und Historiker und hält uns einen sehr interessanten Vortrag über den Böhmer Wald, die  Besiedlung und natürlich die Politik. Dabei fehlt das Thema der Vertreibung der  Deutschen (Deutsch sprechenden) nicht.

Die Nationalhymne des Böhmerwaldes darf hier nicht fehlen  !

Wer sucht, der findet  !
Buchstäblich.

Krumau - Cesky Krumlov - Besichtigung - 03. 08. 06

5  h - 5 km  -  Wetter:  10 °C - Dauerregen

Nach kurzer  Fahrt kommen wir nach Krumau und gehen dann zu Fuss in die Stadt, wo man  fast nur Touristen findet, da die Stadt ein Weltkulturerbe der UNESCO  ist. Krumau liegt, wie fast alle schönen Orte, am Wasser, nämlich in einem  Moldau-Bogen. Es hat eine gewisse (historische) Ãhnlichkeit mit Telc.

Schon der  Eingang zur Stadt über die Holzbrücke der Moldau ist faszinierend: Der Gang zum  Theater überspannt eine richtige Klus von Felsen. Schade, dass sich gerade so  viele Menschen durchzwängen müssen.

Aber kurz  danach eröffnet sich einem das phantastische Stadtbild mit der eingebetteten Moldau, auf der auch Kajakfahrer daherkommen.

Links das  Museum in einem historischen Gebäude aus dem Mittelalter - sehr schön renoviert.

Charakteristische,  historische Gassen mit Graffiti-Mustern

Ein  wunderbarer Ausblick auf Schloss und Theater

Wanderung Cesky Zleby - Kvilda - 04. 08. 06

3  h  - 8 km   -   Wetter:  11 °C - bedeckt -  regnerisch

Dalibor muss  sich heute eine reduzierte Variante einfallen lassen, da Regen angesagt ist.  Trotzdem möchten wir etwas wandern und da kommt es gelegen, dass wir unser Auto  dabei haben.

Wir fahren  nach Ceske Zleby, einem Wanderzentrum mit Information und wandern  zurück.

Dieses Zentrum  in einem schönen Holzhaus ist sehr informativ und gibt einem historische und  biologische Zusammenhänge.

Hier sehen wir  die historischen Wege, auf welchen das Salz von Passau aus in den Böhmer Wald  gebracht wurden. Dieser gehörte zu diesem Bistum.

Wir  besichtigen den deutschen Friedhof in Stozec, welcher gerade gemäht wird.

Die  Salstrassen von München / Bayern nach Prag / CZ im Mittelalter.

In Lenora  entdecken wir eine schöne Naturwiese mitten im Dorf.

Heimfahrt Deggendorf - München - 05. 08. 06

Wetter: 11 °C - kühl   -  bedeckt - regnerisch

Bevor wir  weggehen, besuchen wir noch die Glasbläserei und decken uns ein mit einigen  Glasgeschenken.

Glasbläser  trinken ca. 5 - 6 lit. Wasser pro Tag !

Die Reise ist  recht lang, das Wetter zum Glück nicht zu heiss !

Wir nehmen ein  schönes Andenken mit vom Böhmerwald !

Na  shledanou Sumava !
Auf Wiedersehen Böhmerwald.

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